FRÖBEL forstet auf: Es war einmal eine Raupe
Alles fing mit der neuen Bepflanzung unseres Hochbeetes an. Zusammen mit den Kindern pflanzten wir Erdbeeren, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Salat und Kohlrabi in unser Beet. Alle waren begeistert und schauten jeden Tag, was sich bei den Pflanzen getan hat. Die Kinder versorgten die Pflanzen mit Wasser und sie wuchsen prächtig.
Dann kam CORONA.
Alle mussten erstmal zu Hause bleiben. Ein paar Tage später hatten wir eine Notbetreuung für die Kinder.
Jetzt konnten die Kinder der Notbetreuung die Pflanzen wieder versorgen. Dabei entdeckten sie eine Raupe auf einen Kohlrabi Blatt. Ein Kind schaute auch unter das Blatt und entdeckte kleine Eier. Jetzt kam die Frage auf: Was sind das für Eier und was sind das für Raupen?
Frau Kirchen machte Fotos und schickte sie ihrem Vater, der Förster ist. Er konnte anhand des Fotos bestimmen, dass es sich um einen Kohlweißling handelt.
Als alle Kinder wieder in den Kindergarten kommen konnten, haben wir ein paar Raupen von den Kohlrabis in eine durchsichtige Kiste gelegt. Damit die Raupen ein schönes zu Hause bekommen, haben die Kinder die Kiste mit Kohlrabi Blättern und kleinen Stöckchen ausgestattet.
Die Kinder:
„Die sind aber klein. Wo sind die denn? Eine krabbelt ja. Die machen aber viel Kaka! Da sind 6 Raupen drin. Das sind kleine Kaka-Kügelchen. Manche Raupen verstecken sich, manche nicht.
Wo ist die kleine Babyraupe? Ich kann sie mit der Lupe sehen. Ich glaube, die wollen aus der Kiste. Die krabbeln alle nach oben. Ich kann die Beine sehen und ich kann sehen, wie sie frisst.
In den Deckel müssen noch Löcher rein. Die sollen ja Luft bekommen. Ohne Deckel krabbeln die bald überall in der Kita rum.“
Wir haben die Raupen beobachtet!
Die Kinder:
„Die Raupen futtern ja, die isst Blätter und frisst die Blätter rund ab und lässt die Stiele stehen. Am Stiel vom Blatt ist ein Ei gelegt. Ich sehe den Mund, die essen die Blätter rund aber manchmal auch schief. Wir haben gesehen wie die rumkrabbelt sind und sich ins Bettchen gelegt haben. Das Bettchen war ein Blättchen.“
Die Kinder kamen auf die Idee, die Raupe zu malen und zu basteln. Bald wurde daraus ein schönes Gemeinschaftsbild für unsere Bauecke, die gegenüber von unserem Forscherbereich liegt wo die Raupen jetzt wohnen. Am nächsten Tag hatten sich die Raupen vollgefressen und suchten die Stöckchen auf.
Die Kinder:
„Manche verpuppten sich schon an der Wand der Plastikkiste. Erst sehen sie noch ganz grün aus, aber manche waren auch schon ein bisschen bräunlich. Die hängen ja an einem Faden. Die fressen jetzt nicht mehr. Sie sehen anders aus. Sie haben Knubbel auf dem Rücken. Die Raupen sehen nach dem Wochenende immer noch grün aus. Ist gar nicht wahr! Da ist schon eine die hat sich eingepuppt, die ist schon etwas braun.
Sieh mal da sind schon Kokons, da kommen bald Schmetterlinge raus. Sie können nicht mehr krabbeln, sie sind jetzt im Croissant.“
Dann wurde es Zeit unseren gepflanzten Kohlrabi zu ernten und natürlich zu probieren. Ob der wohl schmeckt?
Die Kinder:
„Die Wurzel sieht wie lange Haare aus. Die fühlt sich wie Seide an, ganz weich. Der Kohlrabi hat eine grüne Schale, die kann man nicht essen. Innen sieht er weiß aus. Der Kohlrabi ist ganz saftig und riecht gut. Er riecht nach Brokkoli. Der schmeckt lecker. Ich möchte noch ein Stück. Die Blätter sind groß. Da ist noch ein Ei drauf. Das Blatt legen wir in die Forscherecke, dann können wir noch mal mit der Lupe schauen.“
Als wir montags in den Kindergarten kamen, sind aus den Raupen Kohlweißlinge geworden. Alle waren in der Kiste gefangen. Wir beschlossen sie frei zulassen, damit sie sich etwas zufressen suchen können. Bevor wir die Kohlweißlinge frei lassen, besprachen wir nochmal kurz, was in der Zeit vom Ei bis zur Entwicklung des Kohlweißlings passiert ist.
Die Kinder
„Die sind in den hohen Baum geflogen. Ich weiß leider nicht was die im Baum macht haben, aber die haben bestimmt was zu essen gesucht. Weiß ich aber nicht genau. Die Schmetterlinge sind hoch geflogen und haben sich was zu Essen gesucht. Sie sind zu den Bäumen geflogen. SOOOO hoch! Die Kohlweißlinge haben als Raupen ganz viel Kohlrabi gegessen. Eben sind unsere Kohlweißlinge aus unserer Kiste geflogen. Die Schmetterlinge sind weggeflogen, aber nicht alle aufeinmal. Zwei sind nicht weggeflogen. Wir haben gesehen, dass die über die Mauer geflogen sind und dass sie auf den Baum geflogen sind und bestimmt jetzt fressen.“